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Energiepark-Abwärme klimaneutral

Wunsiedel

Bestehende Wärmeinfrastruktur am Energiepark (Ausbaustufe I) Industrielle Großwärmepumpe (geplant, betrieben mit Solarstrom) PEM-Elektrolyseur von Siemens zur Wasserstofferzeugung (inkl. Abwärme- und Sauerstoffnutzung) - Blockheizkraftwerke (teils wasserstofftauglich) - Besicherungsanlagen (Holz- und Erdgas-betrieben, perspektivisch auf Wasserstoff umgestellt) - Pufferspeichersystem mit bis zu 6 Wärmespeichern - Ergänzend: geplante PV-Großanlage in Holenbrunn (45 MWp) zur Stromversorgung der Wärmepumpe

in Umsetzung

2026

Gebäudebeheizung

Wasserstoffanlage: 8,75 MW Anschlussleistung, bis zu 1.350 t H₂/Jahr PV-Anlage Holenbrunn: 45 MWp geplant (rechnerisch 17.500 Haushalte mit Strom) Gesamtnutzungsgrad der H₂-Anlage inkl. Abwärme-/Sauerstoffnutzung: ca. 90 %

Nahwärmenetz

Bewohner: innen Wunsiedel

Wunsiedel im Fichtelgebirge hat sich vom Sorgenkind nach dem Niedergang der Porzellanindustrie zu einem bundesweiten Vorzeigeprojekt der Energiewende entwickelt. Mit dem „WUNsiedler Weg" verfolgt die SWW Wunsiedel GmbH seit 2001 das Ziel, die Kommune langfristig energieautark zu versorgen. Herzstück ist der Energiepark Wunsiedel, an dem inzwischen so viel erneuerbarer Strom erzeugt wird, dass ein Überschuss entsteht – dieser wird kurzfristig in Batteriespeichern und langfristig als Wasserstoff gespeichert. Nun soll auch die dabei anfallende Abwärme konsequent genutzt werden: Ein neues Nahwärmenetz soll ab 2026 schrittweise von Holenbrunn bis in den Stadtkern Wunsiedels ausgebaut werden.

Technik
Im Energiepark verzahnen sich mehrere Erzeugungsstufen zu einem „Netz der Netze": Ein moderner PEM-Elektrolyseur von Siemens mit 8,75 MW Anschlussleistung erzeugt bis zu 1.350 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr – dabei werden sowohl die entstehende Niedertemperaturabwärme als auch der bei der Elektrolyse freiwerdende Sauerstoff für einen benachbarten Industriebetrieb genutzt, was einen Gesamtnutzungsgrad von rund 90 Prozent ermöglicht. Aus Resthölzern und Baumspitzen des angrenzenden Sägewerks entstehen zudem Holzpellets, die ein Heizkraftwerk befeuern; auch dessen Abwärme fließt ins Wärmenetz. Ergänzt wird das System durch eine geplante industrielle Großwärmepumpe, mehrere Besicherungsanlagen (aktuell Holz und Erdgas, perspektivisch Wasserstoff) sowie ein Pufferspeichersystem mit bis zu sechs Wärmespeichern, das auch Spitzenlasten in Kälteperioden zuverlässig abdeckt. Eine geplante 45-MWp-Photovoltaikanlage in Holenbrunn soll künftig zusätzlichen Strom für die Wärmepumpe liefern.

Kommunikation
SWW-Geschäftsführer Marco Krasser betont, dass niemand wegen der Umstellung „nervös werden" müsse – bestehende Gasheizungen blieben nutzbar, während die Stadtwerke schrittweise die technische Infrastruktur bereitstellen. Für das Wasserstoffprojekt WUN H2 gaben 2021 sogar Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gemeinsam mit zwei Staatsministern den offiziellen Spatenstich. Wunsiedel versteht sich dabei explizit als Modellstadt: Das Konzept sei „skalierbar und kann leicht auf andere Standorte übertragen werden", so WUN-H2-Geschäftsführer Philipp Matthes. Für ihre integrierte Energiestrategie wurde die SWW Wunsiedel 2022 mit dem Bayerischen Energiepreis ausgezeichnet.

Ansprechperson
c.grosskopf@s-w-w.com

Referenz

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SWW Wunsiedel

SWW Wunsiedel ist das kommunale Stadtwerk, das mit dem „WUNsiedler Weg" den Energiepark betreibt und als Implementierungspartner das neue Nahwärmenetz plant und baut